E Scooter Sharing Bird, Lime und Tier im Vergleich

E Scooter Sharing Bird, Lime und Tier im Vergleich

8. Dezember 2018 1 Von EBT

In Paris und Wien fahren Sie schon. In Deutschland warten sie einstweilen auf die Elektrokleinstfahrzeuge Verordnung. Der derzeitige Entwurf der Bundesregierung über die Elektrokleinstfahrzeuge Verordnung geht laut Verkehrsminister Scheuer noch einmal in die Bearbeitung. Mit einem endgültigen Entwurf wird nun erst im Frühjahr 2019 gerechnet. Je nach inhaltlicher Überarbeitung müssten die E Sharing Anbieter Lime, Bird und Tier Ihre E Scooter gehörig überarbeiten. Das wird die Sharing Anbieter nicht gerade freuen.

Die beiden größten Anbieter von E Scooter Sharing, Lime und Bird, haben innerhalb von etwas mehr als einem Jahr zusammen fast eine Milliarde Dollar an Investorengeldern eingesammelt. Der aktuelle Wert beider Firmen soll zusammen derzeit bei 12 Milliarden Euro liegen. Sie gehören wohl damit zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen aller Zeiten.

Wie sieht das E Scooter Sharing in Wien genau aus ?

Die Verfügbarkeit der E Scooter erstreckt sich in Wien von 7 bis 21 Uhr. Dann kommen abends die als “Charger” genannten Mikrojobber und sammeln die E Scooter ein, warten und laden sie wieder auf. Damit kann man 6 bis 9 Euro pro Tag verdienen. Außerdem soll dadurch Vandalismus an den Fahrzeugen verhindert werden. Die E Scooter werden dann morgens wieder an ihre Sammelplätze gebracht. Bei Bird heißen die Sammelplätze sinnigerweise “Nester”. Von dort aus kann man sie dann wieder, jeden Morgen aufs neue, ausleihen.

Während Bird E Scooter Modelle von Xiaomi M365 verwendet, nutzt Lime sogenannte Segway / Ninebot E Scooter und der deutsche Anbieter Tier setzt auf Xiaomi / Ninebot E Scooter. Irgendwie sind alle Marken und Modelle miteinander verstrickt, denn 4 von 5 E Scootern am Markt kommen aus China aus nur 3 unterschiedlichen Fabriken. Doch sind sie untereinander erstaunlicherweise durchaus unterschiedlich. Schauen wir uns an was uns erwarten wird…

Wie unterscheiden sich die E Scooter Fahrzeuge untereinander ?

Die Lime E Scooter fallen im Test etwas schwerfälliger aus: Sie können aber dafür 150 kg tragen, beschleunigen hingegen langsamer als die Mitbewerber, sind etwas schwerfälliger und besitzen überdies einen längeren Bremsweg. Dafür haben sie das größere Trittbrett. Genau wie alle anderen E Scooter generieren sie in Wien eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 25 Km/h. Hervorzuheben sind beim Lime E Scooter vordere Stoßdämpfer. Das Scannen per QR Code schaltet den E Scooter zur Nutzung frei. Lime wird bald eine neue Version Ihrer E Scooter in den Verleih bringen: Lime Scooter Gen3 !

Etwas anders hingegen sind die E Scooter von Bird: Sie tragen bis zu 90 kg, besitzen ein kleineres Trittbrett, sind wendiger und etwas agiler. Sie haben hingegen jedoch keine Stoßdämpfer. Auch hier schaltet das Scannen per QR Code mit der App den E Scooter frei. Auch Bird hat neue E Scooter Modelle angekündigt.

Als Ergänzung der dritte E Scooter Sharing Anbieter Tier: Sie tragen bis zu 100 Kg, sind am kleinsten, wendigsten und beschleunigen dafür am schnellsten. Dafür wirken Ihre Motorbremsen etwas langsamer, jedoch besitzen sie eine Hinterradbremse, die mit dem Tritt auf den hinteren Kotflügel aktiviert werden kann und dadurch den Bremsweg erheblich verkürzen. Tier E Scooter haben das kleinste Trittbrett, und, im Gegensatz zu den anderen, einen digitalen Tacho. Den Zugang bekommt man per App ohne QR Code zugewiesen.

Wie sieht es mit den Kosten für das Scooter Sharing aus ?

Die Sharing Anbieter Lime und Tier haben einen Grundpreis von 1 Euro pro Ausleihe und 15 Cent pro angefangener Minute. Darin unterscheidet sich Bird nur etwas: Hier kostet die Ausleihe ebenfalls 1 Euro und der Minutenpreis nach abgelaufener Minute 15 Cent.

Was ist sonst noch wichtig ?

Gemein ist allen, dass sie Vorderradmotoren haben, alle nennen darüber hinaus einen Seitenständer ihr eigen. Bei Lime und Bird kommt die Besonderheit hinzu, das man Ihr Abstellen per Foto dokumentieren muß.

Was bedeutet das für das E Scooter Sharing in Berlin, Hamburg oder München ?

Mit einer ähnlichen Ausgangslage ist in Deutschland zu rechnen, sobald das neue E Scooter Gesetz 2019 in Kraft tritt. Genauer gesagt ist es ja eine Verordnung. Über die Entwicklung der E Scooter Zulassung in Deutschland berichten wir ebenfalls umfassend: Der aktuelle, sehr strenge Entwurf der Verordnung geht noch einmal in die Überarbeitung und es ist mit einer vereinfachten Fassung zu rechnen.