TIER Mobility: Deutscher E Scooter Sharing Anbieter startete in Wien und ist bereits in 12 Städten aktiv

TIER Mobility: Deutscher E Scooter Sharing Anbieter startete in Wien und ist bereits in 12 Städten aktiv

14. Februar 2019 2 Von EBT

Amerikanische E-Scooter-Sharing-Anbieter wie Lime und Bird sind schon längst nicht mehr nur in den USA aktiv, sondern haben ihr Angebot bereits auf viele europäische Metropolen ausgeweitet – und zwar mit Erfolg. Im letzten Jahr wurde allerdings in der deutschen Hauptstadt ein vielversprechendes Unternehmen gegründet, das auf dem europäischen Markt durchaus zu einer ernsten Konkurrenz für die großen amerikanischen Sharing-Unternehmen werden könnte:

Die Gründung von TIER Mobility

TIER Mobility GmbH ist ein 2018 gegründetes, deutsches E-Scooter-Sharing-Startup-Unternehmen mit Sitz in Berlin. Das erklärte Ziel von TIER ist, eine praktische Alternative zu konventionellen Fahrzeugen wie PKWs anzubieten und aktiv dazu beizutragen, das Platz- und Emissionsproblem in Großstädten zu lösen. Vor wenigen Monaten hat TIER seine ersten 250 Elektroroller auf die Straßen geschickt – allerdings nicht in Berlin, sondern zunächst in Wien. Inzwischen ist TIER neben Wien auch in elf weiteren Städten aktiv.

Laut eigener Aussage unterschiedet sich TIER von anderen Sharing-Anbietern vor allem durch die enge Zusammenarbeit mit den Behörden und dem klaren Fokus auf eine nachhaltige Nutzererfahrung. Das Unternehmen kündigte an, auf eventuelle Beschwerden von Stadtverwaltungen umgehend reagieren zu können. 

Wer ist TIER Mobility ?

Hinter TIER Mobility steht übrigens ein äußerst erfahrenes Gründerteam, nämlich Lawrence Leuschner (Mitgründer der erfolgreichen Recommerce-Plattform reBuy), Julian Blessin (baute das Scooter-Sharing-Startup COUP auf) und Matthias Laug (Lieferando & Takeaway). Das Startup konnte für die europäische Markteinführung Investments in Höhe von 27 Millionen Euro erhalten, und zwar von Northzone aus Schweden, vom österreichischen Risiko-Kapitalgeber Speedinvest, vom Berliner Kapitalgeber Point Nine Capital als auch von Kibo Ventures.

Warum zunächst Wien?

Eine deutsche Stadt kam zunächst einmal natürlich schon deshalb nicht in Frage, weil Elektroroller auf öffentlichen Straßen hierzulande (leider) gesetzlich noch nicht erlaubt sind. Für Wien als Startgebiet entschied man sich in erster Linie aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen in Österreich: Dort sind Elektroscooter erlaubt und werden Fahrrädern gleichgestellt – vorausgesetzt, sie fahren nicht schneller als 25 km/h. Auch dass der Seed-Investor „Speedinvest“ seinen Hauptsitz in Wien hat, dürfte bei der Ortswahl eine Rolle gespielt haben. Ein weiterer Vorteil an Wien ist, dass urbane Mobilität in der Stadt stark gefördert wird. 

Mittlerweile ist TIER sogar schon in 12 Städten aktiv, nämlich in Basel, Brüssel, Dubai, Kopenhagen, Lissabon, Madrid, Malaga, Palma de Mallorca, Paris, Sant Cugat, Wien und Zaragoza. Sobald E-Scooter in Deutschland erlaubt werden, wird TIER sein Angebot sicher auch auf deutsche Städte ausweiten.

Über die TIER-App kann man sich übrigens jederzeit informieren, ob TIER in der jeweiligen Stadt bereits zur Verfügung steht.

TIER E-Scooter

Bei den TIER E-Scootern handelt es sich um robuste Elektroroller, deren Höchstgeschwindigkeit auf 20 bis 25 km/h begrenzt ist – je nach örtlicher Gesetzeslage. Beschleunigt wird per Gashebel an der rechten Lenkerseite. Zum Bremsen gibt es einen Bremshebel links am Lenker sowie eine zusätzliche Fußbremse. Bei voll aufgeladenen Akkus soll die Reichweite der TIER-Elektroroller bis zu 20 Kilometer betragen.

Wie funktioniert TIER E-Scooter-Sharing?

Das Prinzip von TIER gleicht im Wesentlichen dem von vielen anderen Sharing-Anbietern:

Zunächst müssen sich Interessenten die kostenlose TIER-App herunterladen (GooglePlay oder Apple Store):

Nach Erstellen eines Kontos mit E-Mail-Adresse und individuellem Passwort muss man nur noch seine Kreditkartendaten eingeben. Über die App kann man daraufhin die Roller in der Umgebung finden und direkt freischalten.

Tier Scooter per App aktivieren
Tier Scooter per App aktivieren

Pro Fahrt fällt grundsätzlich eine Aktivierungsgebühr in Höhe von 1 Euro an. Danach müssen pro angefangener Minute 15 Cent gezahlt werden. Es gibt keine extra Anmeldegebühr und keine Vorauszahlung.

Nach Abschluss der Fahrt kann man die Scooter überall im Stadtgebiet an öffentlich zugänglichen Orten abstellen – natürlich sollte man dabei darauf achten, niemandem den Weg zu versperren oder z.B. Einfahrten zu blockieren. Zum endgültigen Beenden der Fahrt muss man nur noch auf „Miete beenden“ in der TIER-App tippen. Die Gebühren für die Fahrt werden dann direkt von der zuvor angegebenen Kreditkarte abgebucht.

Die E-Scooter können zwischen 7 und 22 Uhr geliehen werden. Nachts werden die Roller wieder eingesammelt und die Batterien werden neu aufgeladen. Zu diesem Zweck kooperiert TIER mit örtlichen Logistikunternehmen. Ein möglicher Diebstahl der E-Scooter soll durch GPS-Lokalisierung verhindert werden. 

Voraussetzung für die Nutzung von TIER ist, dass:

  • Man 18 Jahre oder älter ist. 
  • Man im Besitz eines Smartphones ist.
  • Man eine gültige Kreditkarte hat.

Konkurrenz aus dem Ausland

Wir sind sehr gespannt und hoffen jedenfalls, dass TIER zu einer Erfolgsgeschichte wird. Ganz einfach wird es aber sicher nicht, da auch die beiden großen amerikanischen E-Scooter-Sharing-Dienste Bird und Lime, wie schon erwähnt, mittlerweile massiv auf den europäischen Markt drängen. Bird-E-Scooter z.B. fahren ebenfalls bereits in Wien, aber auch in Brüssel und Paris. Lime-Elektroroller sind schon in Paris, Zürich und Madrid unterwegs (die Preise sind bei Bird und Lime übrigens komplett identisch wie bei TIER). 

Tier Mobility in weiteren Städten

Es gibt verständlicherweise in manchen Städten bereits Befürchtungen, dass Straßen und Bürgersteige regelrecht verstopft werden könnten, wenn zu viele Sharing-Anbieter gleichzeitig ihre Roller in die Citys bringen. Deshalb ist davon auszugehen, dass manche Stadtverwaltungen sich für Vergabeverfahren entscheiden werden – ähnlich wie es z.B. bereits in San Francisco passiert ist. Und was Vergabeverfahren angeht, dürften die Erfolgsaussichten für europäische Unternehmen wie TIER natürlich besonders hoch sein – wir drücken die Daumen!

Weitere Infos finden sich auch auf der TIER Homepage: Hier

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