Der E-Scooter: Top oder Flop?   Die Ergebnisse der Meinungsumfrage zum heißdiskutierten Thema

Der E-Scooter: Top oder Flop? Die Ergebnisse der Meinungsumfrage zum heißdiskutierten Thema

13. Mai 2019 0 Von EBT


Das Bewusstsein zu einer Veränderung der Mobilität ist inzwischen in Deutschland angekommen. Doch ist der E-Scooter die Lösung?

Seit Monaten wird das Thema rund um die Zulassung des E-Scooters auf deutschen Straßen heiß diskutiert. Während die E-Scooter in vielen europäischen Ländern wie beispielsweise Österreich oder Frankreich bereits zum Straßenbild gehören bewegt sich in Deutschland noch gar nichts. Das ändert sich bald.

Was ist die Meinung der Verbraucher zum Thema E-Scooter?

In einer unabhängigen wissenschaftlichen Fragebogenstudie mit 519 Teilnehmern aus ganz Deutschland wurde die Meinung von Personen zwischen 15 und 75 Jahren erfasst. Die Datenerhebung erfolgte mithilfe einer online basierten Umfrage im Februar/März 2019. Das Ergebnis stellt sich so dar: Der E-Scooter ist mittlerweile fast genauso bekannt wie das E-Bike oder der Segway. Allerdings gehen die Meinungen zum Thema E-Scooter weit auseinander.

Laut Umfrage hat etwa die Hälfte der Teilnehmer, genau 49% insgesamt Interesse am Thema E-Scooter, davon ist die Mehrheit männlich. Außerdem zeigen vor allem junge Erwachsene im Alter von zwischen 20 und 40 Jahren Interesse.

Großes Potenzial auch in ländlichen Gegenden

Dem E-Scooter wurde vor allem in Deutschlands Städten großes Potential zugesprochen als Ergänzung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto auf dem Weg von und zur Arbeit. Überraschenderweise zeigt das Ergebnis der Umfrage, dass das Interesse der Bewohner deutscher Kleinstädte und auf dem Land genauso groß ist wie bei Großstadtbewohnern. Die Zielgruppe der möglichen Nutzer ist demnach viel breiter gefächert als bisher angenommen.

Freizeitnutzung auf Platz 1

Auch bei den Einsatzmöglichkeiten wird das große Potenzial der ländlichen Gegenden deutlich. Das wichtigste Einsatzgebiet des E-Scooters ist laut Umfrage (Mehrfachnennungen waren möglich) mit über 70% die Nutzung in der Freizeit. Die Nutzung für den Arbeitsweg dagegen hat genau 50% Zustimmung erreicht. Als Freizeitnutzung wird von den Teilnehmern der Umfrage nicht nur der Weg zur nächsten S-Bahn Station verstanden, sondern der Weg zum Einkaufen, der Spaziergang mit dem Hund oder eine Sightseeing-Tour im Urlaub. Und das ganz gemütlich ohne Anstrengung auf zwei Rädern. Die Nutzung in ländlichen Gegenden bietet dem Verbraucher einen entscheidenden Vorteil gegenüber der Nutzung in Großstädten: Es hat mehr Platz, es herrscht eine geringere Verkehrsdichte und es steht ein Netz von Nebenstraßen zur Verfügung. Somit kann man sich auf dem Land mit einem E-Scooter wesentlich sicherer fortbewegen und muss sich nicht den Seitenstreifen neben der vierspurigen Straße mit Fahrrädern, Rollern und Bussen teilen.

Die positiven Argumente überwiegen

Abgesehen von der sehr umstrittenen Sicherheitsfrage, verbinden die Deutschen mit dem E-Scooter insgesamt viele positive Eigenschaften. Bei der Frage nach den Nutzungsmöglichkeiten mit der Möglichkeit zur Mehrfachantwort, schneidet die sogenannte „letzten Meile“ am besten ab, aber auch die geringen Nutzungskosten eines E-Scooters überzeugen. Der E-Scooter wird zudem als innovativ und umweltfreundlich betrachtet. Eine Alternative zum Auto ist er jedoch für die meisten Deutschen nicht, trotzdem könnten sich viele vorstellen den E-Scooter als Ergänzung zum Auto zu nutzen. Auch das Fahrrad kann er laut Umfrage nicht ersetzen. Zudem ist der recht hohe Anschaffungspreis im Vergleich zu einem herkömmlichen Cityscooter ein Minuspunkt.

Lieber mit Straßenzulassung

Mithilfe der Umfrage konnte zudem festgestellt werden, dass das Kaufinteresse am E-Scooter mit Straßenzulassung eindeutig höher ist als an einem E-Scooter ohne Zulassung. Obwohl die Mehrheit der Teilnehmer (62%) die gesetzliche Lage nach eigenen Angaben vorher nicht gekannt hat, erachten trotzdem 69% die Straßenzulassung für durchaus wichtig. Denn erst mit dieser Zulassung darf der E- Scooter überhaupt auf öffentlichen Wegen genutzt werden und kann sein Potenzial ausschöpfen. Bei der Frage nach dem Kauf eines E-Scooters am Ende der Umfrage ist die Hälfte der Teilnehmer bereit einen E-Scooter mit Straßenzulassung zu erwerben.

Sicherheitsausstattung darf kosten

Besonders wichtig ist den Deutschen neben der Straßenzulassung der damit einhergehende Sicherheitsaspekt. Obwohl der Preis als wichtigstes Kaufkriterium identifiziert wurde, sind sich 3⁄4 der Teilnehmer einig, dass sich eine gute Sicherheitsausstattung mit Bremsen, Lichtanlagen und Klingel lohnt und sogar 50 – 100 Euro mehr kosten darf. Bei der Versicherung hingegen, ist fast niemand bereit mehr als 60 Euro zu bezahlen.

Geteilte Meinung in Deutschland

Insgesamt steht die Mehrheit der Befragten der Straßenzulassung positiv gegenüber und sogar die Hälfte der Teilnehmer kann es sich vorstellen bald mit einem E- Scooter unterwegs zu sein. Allerdings spielt die Frage nach der Sicherheit eine sehr wichtige Rolle.

Es bleibt also abzuwarten ob sich der E-Scooter in Deutschland fest etablieren kann. Die Entscheidung die wir als Verbraucher treffen müssen ist, ob unterm Strich die positiven oder negativen Argumente überwiegen und sich der E-Scooter ab Juni in unseren Alltag – egal ob in der Stadt oder auf dem Land – integrieren lässt.

Autorin: Franziska Schneiderhan (Studentin), Stuttgart, 13.05.2019

Umfrage E-Scooter in Deutschland
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