SoFlow SO6: Spannhebel an der Lenkstange kann brechen. Droht die erste Rückrufaktion?

SoFlow SO6: Spannhebel an der Lenkstange kann brechen. Droht die erste Rückrufaktion?

3. Oktober 2019 12 Von EBT

Flow bedeutet “fließen” oder auch “strömen.” Auch wenn es ein Leck hat, fließt es, aber bisweilen nicht so wie man möchte. Irgendwie paßt die Metapher beim SoFlow SO6, auch wenn sie etwas sehr holperig ist. Viele E Scooter Nutzer berichten über unterschiedliche Probleme, also Lecks, mit ihrem SoFlow SO6. Die häufigsten: Unwuchtige (eiernde) Reifen, Reifenmäntel, die schon nach kürzester Zeit aufreißen und wackelige Lenkstangen. Wir haben hier bereits bereits über die ersten Erfahrungen kurz berichtet.

Doch nun scheint ein Fehler aufzutauchen der folgenschwer und lebensgefährlich sein kann:

Der Spannhebel der Lenkstange kann beim SoFlow SO6 während der Fahrt brechen

Uns sind zwei Besitzer eines SoFlow SO6 bekannt, bei denen der Spannhebel am Klappmechanismus gebrochen ist. Bricht der Spannhebel, ist der E Scooter augenblicklich nicht mehr lenkbar und die Stütz- und Lenkfunktion des Lenkers versagt unmittelbar. Ein sofortiger Sturz ist die Folge. Je nach Verkehrssituation sicherlich mit der Möglichkeit auf einen tödlichen Ausgang.

Anbei die Darstellung von Klaus über seinen gebrochenen Spannhebel beim SoFlow SO6:

„Ich bin den Roller am schon mal am 9. September auf dem Privatgelände gefahren und fand ihn echt toll. Am 13. September ist dann endlich mein Kennzeichen gekommen und ich habe sofort eine Tour gemacht. Bis dahin hatte das Fahrzeug erst zwei Kilometer runter. Die Straße vor unserer Tür besteht aus 10 cm breiten, aneinander gereihten Pflastersteinen. Das Fahrzeug war natürlich unruhig, vor allem auch am Lenker. Aber gut, eine Straße wie in vielen Städten. Dann bin ich damit zur Arbeit in die Pause und zurück gefahren. Anschließend wollte ich dann mal eine Runde durch die Stadt düsen. Bei der Fahrt auf dem Fahrradweg ist dann aus heiterem Himmel das Teil (siehe Foto) gebrochen, ich wußte gar nicht wie mir geschah, da mir die Lenkstange entgegen gekommen ist. Ich bin dann mit dem Roller gestürzt und habe mir das Knie aufgeschlagen. Das Video habe ich ein paar Tage später gemacht und SoFlow angeschrieben. Aber bis heute (2.10.) keine Antwort erhalten.”

Klaus am 2.10. in einer Nachricht an unseren Blog

Das Fahrzeug ist genau 9 Kilometer gefahren, nach der Darstellung des Fahrers unter normalen, alltäglichen Verhältnissen, also nicht Offroad, mit zwei Personen oder ähnliches. Das Fahrzeug wurde auch nicht verändert. In der Beschreibung des Fahrzeugs steht zwar, dass die Schraube für den Spannhebel nicht fest angezogen werden darf, allerdings wurde das Fahrzeug mit der Inbetriebnahme nicht bearbeitet.

Dieses scheint jedoch schon häufiger vorgekommen zu sein. Eine weitere Fahrerin berichtet ebenfalls darüber in den sozialen Medien und nun exklusiv unserem EScooter.Blog:

Am 10. September erhielt ich durch den 1&1 Vertrag meinen SoFlow S06. Hab ihn direkt zum laden angeschlossen und bin gleich zur Versicherung um ihn anzumelden. Die erste Probefahrt am Abend machte sehr viel Spaß bis mir auf dem Heimweg der Schnellspanner völlig überraschend einfach abbrach. Zum Glück war ich da gerade im Schritttempo unterwegs und es ist nichts passiert. Am nächsten Tag rief ich bei SoFlow an um denen davon zu berichten aber da wurde ich nicht Ernst genommen (Zitat: “damit ich ihren Gedanken mal folgen kann, lassen sie mich raten sie sind unzufrieden?) und wurde nur auf den Reparaturdienstleister verwiesen. Nach langem hin und her mit 1&1 haben die den Scooter zurück genommen.

Katharina am 3.10. an unseren Blog

Die Situation scheint bei Katharina sehr ähnlich wie bei Klaus zu sein. Der SoFlow SO6 ist hier sogar lediglich erst 4 Kilometer gefahren. Selbst von Materialermüdung nach ein paar hundert Kilometern kann hier ofensichtlich nicht die Rede sein.

Update: Inzwischen melden sich weitere Personen mit Problemen am Klappmechanismus. Wir werden den Beitrag zu gegebener Zeit aktualisieren…

Bisherige Reaktionen von 1&1 und SoFlow

SoFlow scheint über diese Vorfälle also informiert worden zu sein. Zum Einen durch die Betroffenen selbst und zum Anderen durch den Vertragspartner 1&1. 1&1 scheint schnell und letztlich kundenfreundlich zu reagieren. Bei SoFlow sieht die Reaktionsrate jedoch eher schlecht aus, so die Betroffenen.

Anscheinend besteht der Spannhebel aus Aluguss. Das ist von Natur aus nicht so haltbar wie etwa Aluminium oder ein anderes Metall, dass aus einem Stück gefertigt ist. Gewiss handelt es sich hierbei um eine Sollbruchstelle, denn hier wirken erhebliche Kräfte auf den Lenker. Gerade auch bei Bremsvorgängen wobei der Körper des Fahrers durch die Trägheit nach vorne, also auch auf den Lenker, drückt.

Wir warten auf weitere Informationen, vor allem aber auf eine Reaktion von SoFlow. Interessant wäre auch zu erfahren welches Prüfinstitut hier z.B. wie und mit welchem Ergebnis eine Festigkeitsprüfung der Lenkstange und des Fahrzeugs insgesamt durchgeführt hat. Ein Unfall aufgrund des erheblichen Mangels, wie in den oberen Fällen beschrieben, könnte durchaus tödlich enden. Da der Hersteller und der Vertriebspartner hier von Kenntnis haben (siehe oben die Beschreibung der Beteiligten), sind sie nun eigentlich in der Pflicht zu handeln. Das Gesetz über die Haftung für fehlerhafte Produkte (hier) läßt wenig Spielraum.

Das Video von Klaus und die weitere Diskussion bei Facebook findet sich hier. Am Ende dieses Artikels befinden sich ebenfalls erste Kommentare.

Der gebrochene Hebel zum Verschließen der Lenkstange
Der gebrochene Spannhebel
Der Klappmechanismus
Bruch des zweiten Spannhebels
Bruchstelle an der Lenkstange
E Micro