E Scooter Sharing-Anbieter „Dott“ startet in Deutschland

E Scooter Sharing-Anbieter „Dott“ startet in Deutschland

18. Dezember 2019 1 Von EBT

Zu den diversen, überregional in Deutschland tätigen E Scooter Verleihdiensten kam im November jetzt noch ein weiterer Anbieter hinzu, und zwar das niederländische Startup „Dott“. Das Unternehmen soll sich auszeichnen durch faire Arbeitsbedingungen, enge Kooperation mit den jeweiligen Städten und Nachhaltigkeit.

Dott wurde 2018 von Maxim Romain, vormals ofo, und Henri Moissinac, vormals ofo & Uber, gegründet und war bislang in Städten wie Paris, Brüssel, Mailand und Lyon aktiv. Jetzt stellte Dott seine E Scooter auch in München auf; momentan sollen die Dott E Scooter im Innenstadtbereich und innerhalb des Altstadtrings zur Verfügung stehen. Über die genaue Größe der Flotte macht das Unternehmen allerdings keine Angaben – man gab lediglich bekannt, dass es sich um eine relativ kleine Flotte handelt und die zukünftige Anzahl der Elektroroller von der Nachfrage abhängen werde. Weitere deutsche Städte sollen allerdings folgen.

Fest angestellte Mitarbeiter sollen Scooter verteilen und aufladen

Das Prinzip der E Scooter Ausleihe funktioniert bei Dott im Grunde genauso wie bei anderen Sharing Anbietern auch. Die E Scooter lassen sich via kostenloser App finden und freischalten. Die Gebühr liegt (zumindest in München) bei 1 Euro fürs Entsperren und 23 Cent pro Minute, womit Dott ein klein wenig teurer ist als manch andere Anbieter. Ein Grund für den relativ hohen Minutenpreis dürfte sein, dass Dott nicht, wie andere Sharing-Anbieter, auf sog. Juicer oder Charger zum Einsammeln und Aufladen der Roller setzt, sondern offenbar nur auf fest angestellte Mitarbeiter. Auch die Wartung der Roller wird nur von festem Personal durchgeführt. Anscheinend hat sich das Unternehmen auf die Fahne geschrieben, zur Wartung lokale Teams aus Fachleuten einzusetzen. Tatsächlich soll eine Werkstatt in München Wartungen und Reparaturarbeiten direkt vor Ort ermöglichen. Europaweit soll Dott derzeit über rund 150 Angestellte verfügen.

In der Mietgebühr ist übrigens eine Vollkaskoversicherung für die Nutzer enthalten.

RideDott – E Scooter Sharing Dott

Fokus auf Nachhaltigkeit

Laut eigener Aussage legt Dott großen Wert auf Nachhaltigkeit: Auf der Webseite von Dott ist zu lesen, dass bei nicht mehr fahrtüchtigen E Scootern alle unbeschädigten Teile wiederverwendet, beschädigte Teile recycelt und alle Teile, die sich nicht recyceln lassen, verantwortungsvoll entsorgt werden sollen.

Außerdem sollen die E Scooter nur nach Bedarf aufgestellt werden, wodurch unnötiger Elektroschrott und das „Zustellen“ von Städten vermieden werden soll. Die Möglichkeit, Scooter vor Ort zu Reparieren und zu Warten, sorgt für die Vermeidung unnötiger Wege.

Dott geht laut eigener Aussage davon aus, dass seine E Scooter eine recht lange Lebensdauer von rund 18 Monaten haben sollen. Der deutsche Anbieter Tier dagegen schätzt allerdings, dass seine Fahrzeuge sogar mindestens 24 Monate einsetzbar seien – allerdings werden die neuen Tier E Scooter auch mit auswechselbaren Akkus ausgestattet sein, was bei den Modellen von Dott nicht der Fall ist.

Enge Kooperation mit den jeweiligen Städten

Dott hat offenbar aus den Fehlern anderer E Scooter Sharing Anbieter gelernt und versichert, seine E Scooter nur auf die Straßen zu bringen, wenn die örtlichen Behörden dies ausdrücklich genehmigt haben. Außerdem soll es eine 24 Stunden Hotline geben, an die sich örtliche Beamte wenden können, falls es Probleme mit der Dott Flotte geben sollte.

Das Unternehmen versichert auch, sämtliche anonymisierten Fahrtdaten mit den jeweiligen Stadtverwaltungen zu teilen. Durch diese Daten sollen die Behörden genauere Einblicke in die Verkehrsströme bekommen, wodurch Fahrradwege und Parkplätze besser geplant werden können. Man bemühe sich, maßgeschneiderte Lösungen für jede Stadt zu finden, was auch die Einbindung öffentlicher Verkehrsmittel beinhaltet.

Außerdem sollen lokale Dott-Teams regelmäßig Fahrtrainings vor Ort durchführen – dabei soll den Nutzern u.a. beigebracht werden, wie man sicher fährt und wo man parken darf.

Die von Dott eingesetzten E Scooter sollen übrigens höchsten Sicherheitsstandards entsprechen – beispielsweise sollen die Roller über ein e-ABS mit Trommelbremssystem verfügen. Hinzu kommen große 10 Zoll Räder mit guter Bodenhaftung und ein breites Deck mit optimiertem Schwerpunkt.

Fazit:

Es stellt sich die Frage, ob Deutschland wirklich noch ein weiteres E Scooter Sharing Unternehmen braucht. Aber immerhin belebt Konkurrenz das Geschäft. Positiv sind auf jeden Fall die (laut eigener Aussage) fairen Arbeitsbedingungen mit Festeinstellungen. Wir sind gespannt ob es Dott schaffen wird, sich auf dem deutschen Markt dauerhaft zu etablieren. Interessanterweise plant das Unternehmen sogar, in Zukunft nicht nur E Scooter, sondern auch E Bikes zu verleihen.

Dott ist bunt und nachhaltig
E Micro