Die neue E-Series von Ninebot im allerersten Test: Toll und sofort verfügbar

Die neue E-Series von Ninebot im allerersten Test: Toll und sofort verfügbar

25. September 2020 7 Von EBT

Trennt sich hier die Spreu vom Weizen in der E-Scooter Welt? Oder macht sich ein neuer, alter Platzhirsch weiter breit? Die neuen E-Scooter Modelle von Ninebot, E22D, E25D und E45D haben es in sich und können voll überzeugen.

Einen E-Scooter Test über gleich drei E-Scooter zu schreiben hat es in sich, auch wenn alle drei Modelle sich ähneln. Das Ganze wird auch nicht dadurch einfacher, indem nicht nur ein Experte getestet hat, sondern sich, im ursprünglichen Sinn des Wortes, ein spontanes Triumvirat gebildet hat: Andreas vom EScooterShop, Hendrik von Henntech und meine Wenigkeit, Jum, von diesem Blog…

E-Scooter Kaffeekranz

So haben wir es uns nach einer gemeinsamen Ausfahrt (immer schön im Kreis im Hinterhof) im Laden gemütlich gemacht und unsere Passion mit Worten Flügel verliehen.

Da wir uns etwas verquatscht haben, reichen wir die quantitativen Daten nach. Alles was ich unten geschrieben habe, basiert in erster Linie auf meinen Eindrücken, das alles haben wir bei unserem obigen Kaffeekränzchen nicht im Detail abgesprochen.

Mensch, Maschine, Hund

Die neuen Ninebot E-Scooter im EScooterShop in der Übersicht:

Ninebot E-Serie E Scooter Test

Ich fasse die Eindrücke über die neue Ninebot E-Serie gleich mal zusammen:

Ninebot ist hier ein ganz großer Wurf gelungen. Wir haben in mehreren Beiträgen bereits sehr viel über Details berichtet, nun erleben wir sie und sind begeistert.

Hier die Ninebot E-Series Legende in unserem Blog:

Die neue E-Series von Ninebot-Segway hat soeben die Zulassung für Deutschland erhalten

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E-Scooter Ästhetik pur

Hervor sticht zu allererst die ästhetische Komponente: Aus einem Guss, ohne jegliche herumhängende Kabel und formschön abgerundet. Wer auf einen Hochgenuss kommen möchte, macht etwas eher ungewöhnliches und dreht einen der Ninebot E Scooter mal um (egal ob E22D, E25D oder E45D) und bewundert die formschön geschwungene Unterseite, ohne jegliche harte Kanten, nahezu überall abgerundet.

v.l.n.r.: E25D und E22D

Legale Wiederauflage der ES-Serie

Im Prinzip handelt es sich bei der E-Serie von Ninebot in Deutschland um die legale Wiederauflage der ES-Serie (ES1, ES2 und ES4). Genauso ist auch die E-Serie eingeteilt (E22D, E25D und E45D). Das besondere: An der Namensgebung erkennt man die maximale Reichweite des jeweiligen Modells.

Ninebot E-Serie: Der Motor

Nachdem wir die E-Scooter im üblichen Ninebot Prozedere angemeldet haben, ging die erste Fahrt los. Der erste erstaunliche Eindruck: Da steckt ordentlich Drehmoment im Motor. Die Anfangsbeschleunigung fällt sehr stark aus. Kein Wunder hier arbeitet zwar ein Motor mit 300 Watt Dauerleistung, jedoch wirken hier 700 Watt Spitzenleistung (Unterschied Dauerleistung und Spitzenleistung). Das Heranreichen an die 20 Km/h Marke gelingt eher Ninebot-untypisch recht zügig, jedenfalls besser als beim G30D. Hier müssen wir noch Tests machen, ob die angezeigten 20 Km/h auch der Realität entsprechen.

v.l.n.r.: E22D und E25D

Die Bremsen

Etwas weich fallen dann leider die Bremsen aus. Auch hier eine Neuerung der E-Serie: Es fehlt ein mechanischer Bremshebel mit Bowdenzug. Das räumt zum Einen den Lenker total auf, zum Anderen, da wir es ja mit einem Vorderradmotor zu tun haben, wird das sicherere Bremsen auf dem Hinterradreifen umso wichtiger. Das sollte man sich genau anschauen, denn beim E22D bleibt dann nur der Tritt auf das hintere Schutzblech, bei den anderen beiden Modellen wirkt hinten zusätzlich eine Magnetbremse. Die Magnetbremse ist wieder eine Neuerung, denn sie arbeitet im Zusammenspiel mit der vorderen Motorbremse. Man hat also am linken Bremshebel sowas wie eine Allradbremse. Eine Allradbremse vermittelt aber den Eindruck als würde hier was besonders stark wirken, dem ist wie oben beschrieben aber nicht so.

vorne: E22D und hinten: E25D

Reifen

Die Bereifung macht einen recht schmalen Eindruck. Die 9 Zoll sind als Größe schon ungewöhnlich, das Hauptaugenmerk liegt jedoch auf der Beschaffenheit der Reifen: Weder mit Schlauch noch schlauchlos, sondern mit einer Schaumstofffüllung. Hier der erste Eindruck: Irgendwo zwischen schlauchlosen und herkömmlichen Luftreifen. Der Haupteffekt wird dann schwer zu erleben sein: Sie verlieren keine Luft.

Federung

Interessant ist der Stoßdämpfer am Vorderrad: Nur beim E25D und E45D verbaut, federt er gut was weg. Der Federungsweg dürfte etwas mehr als zwei Zentimeter sein. Die Summe unterschiedlicher Federungskomponenten scheint hier ebenfalls gut zu wirken. Die Fahrt wird nochmals angenehmer. Das ist ein Unterschied zum E22D. Hier der Eindruck: Schön, aber nicht unbedingt ausschlaggebend.

Ergonomie

Ein relativ großer, wenn auch auf Anhieb nicht sichtbarer, Unterschied ergibt sich in der Ergonomie. Da beim E25D und beim E45D ein Stoßdämpfer arbeitet, ist das Trittbrett am Vorderreifen etwas höher, sozusagen vorne nach oben gezogen. So ist die nicht verstellbare Lenkstange ebenfalls etwas höher als beim günstigeren E22D. Um exakt wieviel Zentimeter höher werden wir natürlich auch hier nachreichen. Pi mal Daumen sind das vier Zentimeter. Auch ist der Radstand bei den beiden erstgenannten Modellen, E25D und E45D geringfügig länger. Das alles sind also Kleinigkeiten, die sich in der Summe, wie folgt, durchaus bemerkbar machen:

Der E22D ist deutlicher ausgewogener und läßt sich erstaunlicherweise einfacher austarieren als bei E25D und E45D.

Der Zugriff auf den Lenker gestaltet sich sicher, denn während die Hände fest am Griff (da gibt es allerdings bessere Griffe) liegen, benötigt man nur noch beide Daumen um Gas und Bremse zu bedienen. Bei den simulierten Richtungsanzeigen läßt sich sogar mit der linken Hand der Gasgriff auf der rechten Seite einfach bedienen und so wird auch das Ausstrecken des rechten Arms zu Richtungsanzeige kein Problem.

E45D

Handling

Das Handling ist bei der E-Series ebenfalls erwähnenswert. Das Zusammenklappen gestaltet sich recht einfach. Möchte man den E-Scooter zusammenklappen, benötigt man einmal den Handgriff nach unten zum Klappmechanismus, das Feststellen der Lenkstange gelingt dann sogar ohne Bücken, das Umklappen der Arretierung schafft dann der Fuß. Da sollte man aber auch genau drauf aufpassen.

Einzig das Tragen des E45Ds ist deutlich schwieriger, denn der Punkt wo man am liebsten hinpacken möchte, um den E-Scooter im Gleichgewicht zu halten, wird versperrt durch den fest verbauten Zusatzakku.

Was fehlt

Wir haben uns hier mit vielen Details nicht beschäftigt. Wie zum Beispiel dem Zusatzakku beim E45D, dem recht einfachen Aufbau des Fahrzeugs, Steigung, Gewicht… Das werden wir in alles nochmal in Ruhe hier besprechen.

Wir werden in Kürze auch noch über das ganze Handling der App schreiben. Dort schlummern so einige “Geheimfunktionen” wie zum Beispiel ab wann der Motor unterstützen soll, da viele E-Scooter zum Beispiel erst ab 5 Km/h einsetzen, kann man diese Einstellung individuell in der App vornehmen. Alleine das ist eine Meldung.

Wichtig ist noch zu erwähnen, dass der Hersteller von einem Tempomat spricht, den es natürlich in Deutschland nicht gibt. Genauer gesagt wurde die Tempomat Funktion bei den Ninebot Modellen bei einem vorhergehenden Update deaktiviert, da die Zulassungsstelle hier ein Veto eingelegt hat. In manchen Übersetzungen der Herstellertexte taucht dieser Umstand dann also immer wieder auf, sogar im Originaltext des Herstellers.

oben: Streetbooster One, mitte: Ninebot G30D, unten: Ninebot E22D

Tuning

Ebenso sollte drauf hingewiesen werden das ein Tuning der neuen Ninebot Modelle ebenso einfach sein soll wie beim G30D oder den neuen Xiaomi Modellen. Da das einfache Tuning aber nicht konform der EKFV ist, weil es vom Hersteller durch Bluetooth bzw. App mehr oder weniger fahrlässig toleriert wird, droht hier wohl bald gehörig Ärger. Tuning an sich ist im Wirkungsbereich der StVO generell nicht legal, hier geht es aber darum ob der Hersteller dadurch das es kinderleicht ist, nicht irgendwann belangt wird. Auf jeden Fall ergibt sich eine deutliche Wettbewerbsverzerrung, da potentielles Tuning ein Kaufargument ist, was wiederum andere Hersteller auf den Plan rufen wird. Das nur so am Rande.

Dem potentiellen Käufer, der nicht tunen möchte, sollte das alles erstmal egal sein, da der Hersteller das notfalls über die App ändern kann. Dieser Tatbestand sollte wiederum einen wundern, denn so genau kann das mit dem Datenschutz dann nicht sein. Jedenfalls wirft es erhebliche Fragen auf.

Kaufempfehlung

Von unserer Seite können wir eine klare Kaufempfehlung abgeben. Welches Modell man auswählt ist sicherlich einfach zu beantworten. Letztlich empfiehlt es sich eine Testfahrt zu machen. Nicht nur eine Testfahrt am besten gleich zwei (E22D und E25D) und den E45D zumindest einmal in der Hand halten. Der E22D kostet 100 Euro mehr als der E25D. Entscheidend wird sein, wie man den Unterschied interpretiert. Der Griff zum E45D ist dann in Abgrenzung zum E25D nur noch eine Frage der Reichweite. Alternativ bietet es sich an obigen Worten Gewicht zu verleihen oder im Zweifel sich an den Support vom EScooterShop zu wenden, per Mail oder Telefon.

Die neuen Ninebot E-Scooter im EScooterShop in der Übersicht: