E-Scooter 2022: Kurzer Rückblick, neue Entwicklungen und E-Scooter Neuheiten

E-Scooter 2022: Kurzer Rückblick, neue Entwicklungen und E-Scooter Neuheiten

13. Dezember 2021 0 Von EScooterBlog

So langsam geht das E-Scooter Jahr vorbei und 2022 steht vor der Tür. Erste Ausblicke für E-Scooter 2022 haben wir bereits in unserer Herbstschau geboten. Im Juni 2022 kommen wir immerhin in das vierte Jahr, in dem E-Scooter legal in Deutschland am Straßenverkehr teilnehmen können. Für uns ein guter Grund, schon jetzt einen Ausblick auf das Jahr 2022 zu wagen. Einige Entwicklungen und Details sind bereits bekannt bzw. zumindest absehbar – aber ob alles auch wirklich wie geplant eintritt, ist natürlich immer so eine Sache.

Das war das E-Scooter Jahr 2021

Doch vorher wollen wir 2021 nochmal an uns vorbeiziehen lassen. Was den Fachhandel angeht, hat der Bereich Consumer Electronics (Unterhaltungselektronik) klar gewonnen vor dem eigentlich so gut wie nicht (mehr) existentem E-Scooter Fachhandel. Letztlich hat es der spezialisierte E-Scooter Fachhandel im Jahr 2021 einfach nicht geschafft, auf die Füße zu kommen. Bei den geringen Margen macht es einfach keinen Sinn, so dass sich ein versierter Fachhandel gar nicht wirklich entwickeln kann/konnte. Auch der Fahrradhandel scheint kein Interesse zu haben, intensiver in den E-Scooter Markt einzusteigen, denn es ist ja nichts dran zu verdienen. So landen die E-Scooter dann erstmal bei Saturn, MediaMarkt, LIDL, ALDI und dem Online Handel. Die Marktzahlen für E-Scooter im Privatgebrauch steigen jedoch allmählich. Aus den Kreisen der Versicherer dringen Zahlen von bis zu ca. 250.000 Versicherungen für das laufende Versicherungsjahr.

Eine ganz andere Frage ist dagegen, ob es Sinn macht wenn E-Scooter wegen Kleinigkeiten extra wieder per Paket zum Hersteller zurückgeschickt werden, z.B. einfach nur weil ein Reifen platt ist oder, wie der Kunde aus der Ferne berichtet, „er sich einfach nicht mehr dreht“. Das hat wenig mit Nachhaltigkeit zu tun, sondern eher mit Wegwerfmentalität bzw. unsinnigen Handeln zu tun. Zur Verkehrswende scheinen die E-Scooter auf jeden Fall erstmal (noch) nicht groß beizutragen (Quelle: Umweltbundesamt). Diese Erkenntnis schließt vor allem das E-Scooter Sharing mit ein, auf das wir hier gar nicht so stark eingehen wollen.

Apropos Transport: Die enorm gestiegenden Transportkosten rufen natürlich allseits Kopfschütteln hervor. Selbst bei uns. Wir haben selber elektronische Kleinteile in Fernost bestellt: Der einfache Karton, dessen Versand vorher 100 Euro kostete, ruft nun über 500 Euro auf. Überträgt man das auf E-Scooter, kann man ahnen, wo derzeit die Probleme liegen. Einige E-Scooter Hersteller sind deshalb auch auf den Transport per Zug umgestiegen, anstatt die klassischen Containerschiffe zu wählen. Was wiederum andere Probleme und vor allem Wartezeiten an den EU-Außengrenzen auslöst.

Der allgemeine Mutmacher in dieser Situation dürfte die Hoffnung auf mehr E-Scooter im Privatbesitz 2022 sein. Sie sind nachhaltiger als Leihscooter und werden von Natur aus besser gepflegt. Zudem ist die bisherige Entwicklung von E-Scootern in Privatbesitz durchaus positiv. Die Entwicklung wird sicherlich steil nach oben gehen.

Entwicklungen: E-Scooter 2022

Wenden wir uns also positiveren Dingen zu, nämlich den E-Scootern selbst. Kommen wir zuerst zu den Modellen, über die wir für 2022 genug wissen. Starten wir gleich mit dem Prunkstuck:

Egret

Die Oberklasse meldet sich bereits jetzt mit den Egret Pro vehement zu Wort. Wir haben diesen wunderschönen Scooter bei uns getestet und können nur Gutes über ihn berichten. Zum Beispiel von 0 auf 20 Km/h innerhalb etwas über 3 Sekunden (60 Kg Testfahrerin, ebene, gepflasterte Strecke, 0 Grad Celsius Außentemperatur). Die erste Lieferung an die Kunden ist gerade unterwegs. Weitere Lieferungen sind bis spätestens März 2022 zu erwarten. Wie sehr sich der Egret Pro durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Ein Prunkstück und ein Must-Have für jeden Technikbegeisterten ist er jetzt schon.

Egret Pro

Ninebot

Für viele ist der Ninebot Max G30D weiterhin das Leitprodukt am E-Scooter Himmel. Abgelöst wurde er vom G30D 2. Wenn man so will, ein kleines Facelift. Das Problem an der G-Serie war immer: Sie ist aufgrund der hohen Nachfrage und der allgemeinen Lieferengpässe nicht immer lieferbar. Eine Alternative dürfte die neue F-Serie sein. Der stärkste E-Scooter, der F40D, hat dann auch einiges auf dem Kasten, er ist extrem formschön und kann mit einigen Key-Features aufwarten, die im Ninebot Kosmos neu sind: z.B. Scheibenbremsen und 120 Kg Tragkraft. Die E-Serie wird hingegen die Überwinterung vermutlich nicht überleben und mehr oder weniger auslaufen bzw. eingestampft. Nach der Legalisierung gab es unendlich viele Fragen ob denn die Ninebot ES-Reihe, die der E-Serie ziemlich nahe kommt, auch legalisiert wird. Das hat sich anscheinend ziemlich schnell erledigt – und nun somit nun auch die E-Reihe.

Die Fragen werden hier also für 2022 sein: Wird die F-Serie an dem Erfolg der G-Serie kratzen oder eine weitere Ninebot Serie nach sich ziehen? Der F40D kann auf jeden Fall dem Xiaomi Pro2 die Stirn bieten, soviel ist sicher. Wird Ninebot auf Druck des KBA das Tuning per Apps verhindern? Die Marktverzerrungen zugunsten von Ninebot und Xiaomi sind durch das Tuning derart hoch, dass das KBA eigentlich handeln müßte.

Ninebot F40D

Unagi

Jetzt kommt eine heiße Ansage: Die E-Scooter Marke Unagi aus Kalifornien ist bereits in Europa angekommen, jedoch noch nicht in Deutschland. Die Nachfrage nach der E-Scooter Marke außerhalb Deutschlands und innerhalb Europas soll bereits recht hoch sein. Zwei Motoren, Magnesium-Gehäuse und einige andere Features werten die Scooterfahrt zu einem gesellschaftlichen Anlass auf. Das soll nun 2022 auch im deutschen Straßenverkehr legal möglich werden. Ob das Design dann auch noch so schnörkellos aussehen wird, bleibt abzuwarten. Sicherlich das eigentliche Kunststück, denn ohne das Flair fehlt dem Scooter einiges. Abzuwarten bleibt, mit welchem Modell Unagi in Deutschland an den Start gehen wird, dem Unagi One oder dem Eleven. Den Unagi Eleven stellen wir in Kürze vor.

Ungi
Unagi E Scooter

The-Urban

Die kostengünstigen Modellreihen unter der Marke The-Urban aus dem Haus Wallberg laufen aus. Die Zeichen stehen auf jeden Fall auf Pause. Abgesehen davon heißt Wallberg ja nun auch Egret. Das sind dann doch ganz schön viele Änderungen auf einmal. Die #-Serie ist nun fast vergriffen, und auch die x-Serie scheint zu Ende zu gehen. Ob da noch mal etwas Neues kommen wird, war nicht in Erfahrung zu bringen.

Streetbooster

Auch der Hersteller vom Streetbooster ändert seinen Namen. Von Cryptoboost zu…. Streetbooster! Wie auch sonst? Wechselakkus halten das Fahrzeuggewicht niedrig und maximieren die Reichweite, so die Theorie. Wie das praktisch aussieht, und ob das ein Erfolg wird, wird der Streetbooster TWO zeigen. Er ist bereits in Deutschland auf den Straßen, aber mit welchem Ergebnis wird man Ende 2022 sehen. Die zweite große Auslieferung der Streetbooster TWO E-Scooter wartet auf Umsetzung. Kunden warten schon ungeduldig.

ePowerFun

Die Marke ePowerFun steht für „E-Scooter schnell und leistungsstark interpretiert“. Das Erfolgsrezept scheint aufzugehen, denn während Xiaomi und Ninebot immer schön rekuperieren und nicht zu schnell an die 20 Km/h rangehen wollen, schmeißen die ePowerFun E-Scooter all das über den Haufen und machen genau das, was sie wollen: Schnell fahren und extrem zügig beschleunigen. Das verkörpert vor allem der epf-1 PRO.

Xiaomi

Vom Hersteller Xiaomi, der immer schön über den Online Handel verkauft, dringt für 2022 nicht viel nach außen. Also sparen wir uns besser Gerüchte über einen Xiaomi 3. Im Sommer 2021 wurde der Xiaomi Mi Electric Scooter 3 von Xiaomi zwar angekündigt, jedoch angeblich explizit nicht für den deutschen Markt. Jedoch ist auf den ersten Produktpräsentationen sehr wohl ein Kennzeichenhalter bereits erkennbar. Darf man den Ankündigungen Glauben schenken wird ein elektronisches Antiblockiersystem (eABS) kommen. Anscheinend wird der Xiaomi 3 dann verbesserte Scheibenbremsen haben und, man höre und staune, in zwei Farben auf den Markt kommen (weiß und grau). Es bleibt abzuwarten ob das angekündigte Fernbleiben vom deutschen Markt nicht doch eher eine Nebelkerze der Informationspolitik sein wird. Vergleicht man die anderen angekündigten Werte beim Xiaomi 3 dann sieht eher aus wie ein Facelift des 1S, quasi ein Xiaomi 3S. Dem würde dann auch ein Xiaomi Pro4 zu Gesicht stehen, sonst bliebe der Pro2 ja ganz ohne Facelift.

E-Scooter Themen 2022

Welche Themen 2022 dominieren werden, läßt sich nur vage abschätzen. Fragekomplexe werden sicherlich sein: Behaupten sich E-Scooter mit Wechselakkus? Kommen mehr Fahrzeuge mit Blinkern? Etablieren sich Premium E-Scooter (nach einer Schwemme von günstigen E-Scootern 2021)? Welche billigen E-Scooter kommen noch auf den Markt? Kommen smarte Systeme wie eABS oder eine Unfallerkennung? Die meisten Themen ergeben sich natürlich erst im Laufe der Zeit, wir werden also immer schön am Ball bleiben…