E-Scooter Tuning

Hier findest du eine umfassende Übersicht zum Thema E-Scooter Tuning. Anleitung: Tatsächlich gibt es unterschiedliche Möglichkeiten den eigenen E-Scooter schneller zu machen. Meist hängen diese jedoch vom jeweiligen E-Scooter Modell ab. Vielen geht es dabei nur darum die Geschwindigkeit etwas zu erhöhen, anderen wiederum ganz die Geschwindigkeitsbegrenzung aufzuheben. Insgesamt lassen sich aber alle Lösungen in ca. 7 Kategorien einteilen:

E-Scooter Tuning im Detail

Da E-Scooter immer beliebter werden wundert es nicht, dass auch der Bedarf nach passenden Tuning-Optionen wächst. Natürlich ist es in Deutschland im Bereich der STVO nicht erlaubt, mit getunten bzw. schneller gemachten E-Scootern zu fahren. Aber auf Privatgelände möchte man doch gerne mal austesten, was die Fahrzeuge wirklich drauf haben. Doch welche Tuning Möglichkeiten gibt es genau? Bei genauerer Betrachtung gibt es diverse Wege um E-Scooter schneller zu machen. Als Fahrer darf man dabei aber nie vergessen, dass man sich auch diversen Gefahren aussetzt:

Der Versicherungsschutz greift nicht mehr, erhöhte Verletzungsgefahr, die Bauteile beim Fahrzeug ermüden bzw. verschleißen schneller, und die Gewährleistung des Fahrzeugs durch den Hersteller ist ebenfalls dahin. All das scheint so manche E-Scooter Enthusiasten aber nicht vom Tunen (schneller machen, entdrosseln) abzuhalten. Viele empfinden die erlaubte Maximalgeschwindigkeit von 20 Km/h einfach als zu niedrig – da ist die Verlockung natürlich groß, die Geschwindigkeitsbegrenzung aufzuheben (hoffentlich außerhalb des Wirkungsbereichs der STVO).

Anleitung zum schneller fahren: Methoden beim E-Scooter Tuning

1) Einen schnelleren E-Scooter ohne Straßenzulassung kaufen

Wer bereits einen legalen E-Scooter besitzt, kann sich letztlich einfach einen zusätzlichen E-Scooter ohne Straßenzulassung kaufen. Wenn man einfach nur mit einem E-Scooter außerhalb des Bereichs der StVO möglichst schnell fahren möchte, wäre das mit Sicherheit die bequemste Lösung – eine Lösung, mit der man sich viel Nerverei ersparen kann. Viele wollen aber nicht mehrere Scooter betreuen, sondern alles in einem haben – sozusagen den All-in-One E-Scooter also.

Als Mitte 2019 in der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung verkündet wurde, dass die Höchstgeschwindigkeit bei E-Scootern zukünftig auf 20 Km/h begrenzt werden sollte, wurden viele „zu schnelle“ E-Scooter ohne Straßenzulassung sehr preisgünstig angeboten. Viele stellten sich damals die Frage, ob sie die Gunst der Stunde nutzen und sich ein solches Modell zum Schnäppchenpreis zulegen sollten. Aber auch heute noch gilt: Viele Fahrzeuge kann man auch ohne die deutschen Einschränkungen in der EU Version kaufen. Die Drosselung tritt dann gewöhnlich bei 25 Km/h ein. Vielen ist aber auch das anscheinend zu wenig.

Allerdings bietet der Markt inzwischen auch richtige Racescooter an – ein Beispiel wäre der absolute neu konzipierte SXT Beast Pro, der einen enorm starken 2 x 2400 Watt Motor und eine Maximalgeschwindigkeit von bis zu 85 Km/h! Selbstverständlich hat dieser E-Scooter keine Straßenzulassung, es handelt sich also um ein reines Sportfahrzeug für E-Scooter Rennen. Und billig ist er ebenfalls nicht, da müssen schon etwas mehr zwei tausend Euro auf den Tisch gelegt werden. Nicht auszudenken was er mit Offroad Reifen leisten könnte.

Kosten: 100 bis mehrere 1000 Euro

Verbreitung: Immer möglich.

E-Scooter ohne EKFV-Straßenzulassung:

SXT Beast Pro

SXT Beast Pro

Der SXT Scooter Beast Pro beschleunigt mit 4800 Watt bis auf 85 Km/h. Er ist mit 2×2400 Watt Motoren ausgestattet und ein abosluter Racescooter!

2398,00 Euro: hier!

SXT Ultimate Pro

SXT Ultimate Pro

Der SXT Scooter überzeugt durch seine ganze Kraft: Der SXT Ultimate PRO hat 2 x 1320 Watt Dual Drive für Geschwindigkeiten bis zu 65 Km/h.

1989,00 Euro: hier!

2) Geheime Kabel oder Tasten drücken

Einige E-Scooter mit Straßenzulassung sollen sogar geheime Kabel haben, die einfach durchschnitten werden müssen um schneller zu fahren. Von geheimen Tastenkombinationen ist bislang nichts bekannt. Jedoch gab es einige Beispiele von sog. Speedbugs.

Speedbugs werden durch bestimmte Verhaltensweisen ausgelöst, die dann die 20 Km/h Geschwindigkeitsbegrenzung aufheben. Doch soweit uns bekannt ist, wurden die hiesigen bekannten Speedbugs mittlerweile durch Software Updates allesamt beseitigt. Geheime Tastenkombinationen mit denen Tempomat, Kickstart und andere Features aktiviert werden können waren mal bekannt, sind aber ebenfalls inzwischen alle abgestellt worden.

Kostenlos

Verbreitung: Nur einige, wenige Modelle, sehr selten. Inzwischen unmöglich.

Tuning Anleitung: Ninebot Segway Max G30D Optionen: SpeedBug, Dashboard Hack und Tuning App und Modul im Überblick

3) Motor tauschen

Motorentausch E-Scooter
E-Scooter Motoren

Eine weitere Tuning-Variante wäre, den vorhandenen Motor einfach gegen einen stärkeren auszutauschen. Straßenzugelassene E-Scooter Motoren dürfen nur eine maximale Dauerleistung von 500 Watt aufweisen, womit aber wenig über die Spitzenleistung oder das Drehmoment ausgesagt wird. Rückschlüsse von der Dauerleistung auf die entscheidenden Werte sind zwar indirekt ableitbar, aber keineswegs zwingend.

Vorab muss natürlich gesagt werden, dass die „Motortausch-Methode“ im Vergleich zu anderen Tuning-Optionen relativ kompliziert und umständlich ist. Zunächst einmal sollte man schon über technisches Geschick und Grundwissen verfügen, wenn man einen Motor selbst auswechseln möchte. Außerdem muss der neue Motor natürlich auch passen. Darüber hinaus ist nicht gesagt, dass man mit einem stärkeren Motor die 20 Km/h Grenze tatsächlich überwinden kann. Das Problem ist nämlich, dass die eigentliche Begrenzung zumeist im Controller, und nicht im Motor selbst verankert ist. Aus diesem Grund macht ein Austauschmotor als zusätzliches Hilfsmittel eher dann Sinn, wenn die Geschwindigkeitsbegrenzung durch andere Maßnahmen überwunden werden soll. Sozusagen ein neuer Motor als Addon zum Gesamtsystem. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Übrigens ist auch das Tuning unterhalb der 20 Km/h Grenze nicht zulässig. Auch in so einem Fall wird der Scooter bauartmäßig verändert, so dass die Zulassung erlischt.

Hiermit zieht man praktisch das gesamte Fahrzeug aus dem Verkehr. Ein Rückbau ist nur mit größerem Aufwand möglich.

Kosten: Wenn ein Motortausch möglich ist, entstehen Kosten von 70 bis 300 Euro plus Arbeitszeit.

Verbreitung: Je nach Verfügbarkeit, nur für einige Modelle möglich

Tipp: Original Max Motor Gen2 by Mountain Tuning

Tipp: Original M365 Motor by Mountain Tuning

4) Controller tauschen

E-Scooter Controller
E-Scooter Controller

Eine direkte Methode zur Aufhebung der Geschwindigkeitsbegrenzung wäre der Tausch des Controllers. Der Controller ist quasi das Herz des E-Scooters, in dem zumeist alle wesentlichen Informationen gespeichert sind, auch die 20 Km/h Grenze. Zudem macht es oftmals auch Sinn, das zugehörige Display auszutauschen. In manchen Fällen liegen nämlich relevante Informationen/Features auf dem Display selbst – z.B. das Bluetooth Modul, welches für die Verbindung mit einer Smartphone App benötigt wird. Mit der Smartphone App wiederum kann man auf den E-Scooter zugreifen, und den Controller von außen steuern. Zulässig ist auch dies alles nicht.

Kosten: 30 bis 100 Euro für Controller, etwaiges Display und zusätzliches Material.

Verbreitung: Nur für bestimmte Scooter möglich, bei denen exakte Angaben zum benötigten Controller vorliegen.

Tipp: Tools für ePowerFun und Lidl E-Scooter

Wichtig: Alle Tuning Produkte im EBikeTuningShop

5) Tuning Modul einbauen

E-Scooter Tuning Chips
E-Scooter Tuning Chips

Die wahrscheinlich eleganteste Variante ist der Einbau eines separaten Tuning Moduls, das über die Verkabelung fest an den E-Scooter angeschlossen wird. Ein Modul (häufig auch als „Chip“ bezeichnet) beeinflusst nicht die bestehende Firmware, sondern verändert lediglich temporär bestimmte Parameter – so wie eben die Abschaltung bei 20 Km/h. Nach dem Ausbau des Moduls ist der Scooter wieder in seinem „ursprünglichen“ Zustand (ScooterBoost).

Einem Tuning Modul sind noch andere Eigenschaften eigen, z.B. ein Feature, das landläufig als „German Maneuver“ bekannt ist: Nach dem Ausschalten Scooters und dem anschließendem Starten ist der Tuning Chip zunächst immer deaktiviert. Das hat unterschiedliche Gründe – z.B. soll dadurch vermieden werden, dass man plötzlich mit viel zu schneller Geschwindigkeit losfährt. Die genaue E-Scooter Tuning Anleitung liegt dann dem Produkt bei. Man muss das Tuning nach dem Einschalten des Scooters also immer erst selbst aktivieren, meist durch bestimmte Tastenkombinationen etc. Die Tuning Anleitungen findest du in den Produktbeschreibungen.

Wird das Tuning Modul entfernt, dann ist der E-Scooter wieder in seinem „ursprünglichen“ Zustand.

Kosten: 30 bis 170 Euro je nach Chip. Relativ einfach.

Verbreitung: Verfügbar nur für bestimmte E-Scooter Modelle, für die von Drittanbietern entsprechende Module gebaut werden.

Neu: MESC 9B macht fast alle Ninebot Scooter schneller

Top: IO Hawk Legend und Legend Lite professionell entdrosseln

Tipp: ScooterBoost by Mountain Tuning: Optimiert Egret und The Urban E Scooter

Tipp: Neues Modul für Doc Green ESA5000 und ESA1919

Wichtig: Alle Tuning Produkte im EBikeTuningShop

6) Tuning per App

Tuning Firmware App
E-Scooter Tuning Apps

Eine weitere sehr beliebte Methode ist das Ändern der Firmware. Das Ganze wird „Flashen“ genannt. Dies ist allerdings nur möglich bei E-Scootern, die eine Verbindung nach außen haben, gewöhnlich per Bluetooth mittels Smartphone. Mehr noch, die Fahrzeuge müssen per Bluetooth upgedatet werden können. Erst dann ist theoretisch der Weg frei, eine eigene Firmware aufzuspielen. Natürlich entsprechende Apps und Software vorausgesetzt. Eine Firmware ist im Prinzip mehr oder weniger ein eigenes kleines Betriebssystem. Diese Tuning-Option kommt zunächst sehr elegant daher, und meist erfolgt das Ändern der Einstellungen über spezielle Smartphone Apps.

Allerdings ist diese Methode in Wahrheit nicht gerade unproblematisch. Denn falls etwas schief geht, und es z.B. beim Aufspielen der Firmware zu Abbrüchen oder Fehlern kommt, kann u.U. der komplette Scooter außer Gefecht gesetzt sein. Fakt ist: So einfach das Flashen der Firmware auch zu sein scheint – man hört immer häufiger von Nutzern, die sich ihren funktionierenden E-Scooter dadurch ruiniert haben. Zudem ist nicht immer gesagt, das man die Firmware auch einfach wieder vom E-Scooter entfernen kann. Im schlimmsten Fall lässt sich dann für immer erkennen, dass der Scooter getunt wurde.

Kosten: 0 bis 100 Euro für In-App Käufe. Etwaig wird ein zusätzliches Android Smartphone benötigt.

Verbreitung: Da wo es geht, ist die Verbreitung dieser Tuning-Option sehr häufig. In manchen Fällen versuchen Hersteller dagegen zu arbeiten, z.B. mittels spezieller Firmware-Updates. Allerdings können Nutzer entsprechende Hersteller-Updates z.B. durch künstliche Firmware-Downgrades in aller Regel wieder aushebeln (falls der Hersteller das zuläßt). Andere Varianten sind die Umstellung der Seriennummern oder das Ersetzen der Betriebssoftware. Viele Sachen laufen dort im Prinzip mehr oder weniger automatisch per App ab, denn die Bluetooth Verbindung ist die Schnittstelle zum E-Scooter. Aber auch hierbei kann es hin und wieder zu Fehlern kommen. In Folge wenden sich ratlose User dann in Foren oder Kommentarbereichen an die Community und hoffen, dass ihnen irgendwer helfen kann.

Tipp: Xiaomi 1S und Pro2 Tuning: Von Anfang an per App

Tipp: Einfaches Ninebot G30D Tuning per App

7) Optisches Tuning

Optisches Tuning
Optisches E-Scooter Tuning mit AMG

Letztlich gibt es neben „echtem“ Tuning auch das sog. „optische Tuning“. Damit meint man, den Scooter technisch so zu lassen wie er ist, und ihn stattdessen nur schneller aussehen zu lassen.

Beispiel: Xiaomi Mercedes-AMG Petronas F1 Team Edition

Beispiel: ePowerFun epf-1 PRO im British Racing Green Look (Lotus 48 Style)

E-Scooter Tuning: Bewertung und Allgemeines

Als E-Scooter Besitzer kann man zwischen den oben genannten Tuning-Optionen häufig nicht einfach frei wählen, da für manche Modelle nur bestimmte Tuning Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Das heißt, wenn man vom Ende her denkt, sollte man schon bei der Kaufentscheidung überlegen, ob man den eigenen Scooter in Zukunft wie schneller machen möchte oder nicht. Das ist einer der Gründe, weshalb derzeit gerade die Scooter besonders beliebt sind, die man durch Flashen entsperren kann.

Wir empfehlen: Wenn man die Wahl hat, sich eine Tuning-Option auszusuchen, sollte das Tuning Modul vor allen anderen Lösungen bevorzugt werden (Punkt 5). Ob man sich das – angeblich so bequeme – Flashen wirklich antun möchte und damit möglicherweise die Zerstörung bzw. Stillegung des E-Scooters riskiert, sollte man sich genau überlegen. Beliebt ist es allemal. Der Einbau von Tuning Modulen ist in der Regel einfach und mit keinem großen Aufand verbunden. Der Rückbau ist ebenfalls recht zügig möglich (Scooterboost).

Für den Tausch des Controllers dagegen sollte man schon über gewisse technische Grundkenntnisse verfügen. Auch ein neuer Motor muss natürlich auch erst angeschlossen werden (wobei es sich ja zumeist im Grunde um eine Art Addon handelt). Die Tuning-Optionen „Speedbugs“ und „Kabel durchschneiden“ sind zu selten anzutreffen, so dass man sie kaum mehr bewerten kann.

Der Kauf eines Scooters ohne Zulassung scheint, zusammen mit dem einfachen Einbau eines Moduls, die einfachste und sicherste Lösung zu sein – wenn man denn beim Thema „Tunen“ überhaupt von Sicherheit sprechen kann. Wichtig: Nach Einbau und Umbau nicht mehr im Bereich der STVO verwenden.

E-Scooter Tuning Beiträge

Warnhinweise zum Thema E-Scooter Tuning

Laut der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung von Juni 2019 ist die Höchstgeschwindigkeit von E-Scootern in Deutschland im Bereich der StVO auf 20 Km/h begrenzt (wobei der Gesetzgeber maximal 10 Prozent Toleranz einräumt). Es ist also nicht erlaubt innerhalb der StVO, einen E-Scooter zu tunen bzw. die Höchstgeschwindigkeit heraufzusetzen. Fährt man mit einem getunten E-Scooter im Bereich der StVO, macht man sich strafbar. Außerdem werden Versicherungsschutz und ABE erlöschen. Denkbar ist der Einsatz auf Privatgelände, oder zu Sport- und Werbezwecken, oder außerhalb Deutschlands wo andere Bestimmungen gelten.